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Bogendeckung vom Typ 3 mit Stellfläche und Splitterbox im Maßstab 1:72

Bildquelle; "Sowjetische Fliegerkräfte - Deutschland 1945-1994" von Lutz Freundt, 1. Auflage, © Freundt Eigenverlag, Diepholz 1998
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MODELLBESCHREIBUNG:
Das Diorama zeigt eine Bogendeckung vom Typ 3 und eine Standfläche mit Splitterbox wie sie anfänglich auf sowjetischen Militärflugplätzen eingerichtet und genutzt wurde. Als Vorlage habe ich den ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz in Werneuchen gewählt. Im Original befindet sich links von der Standfläche mit Splitterbox ebenfalls eine Bogendeckung vom Typ 3. Die Grundplatte besteht aus Restmaterialien (Hartfaserplatte) in den Maßen 70 cm x 95 cm. Der Shelter und die Splitterbox sind aus verschiedenen Papparten gefertigt. Für die Rollflächen habe ich 1 mm starken Karton verwendet. Die Lampen sowie ein Teil der Bäume habe ich ebenfalls selber angefertigt. Einen Bauablauf werde ich zu gegebener Zeit auf dieser Seite mit präsentieren. Am Modell ist die sehr massiv gehaltene Stahl- und Betonkonstruktion zu erkennen. Die Herstellung der Stahlträger (Doppel-T-Träger) erforderte auch den größten Zeitaufwand beim bauen. Diese Stahlträger bilden das Hauptgerüst und sind mit großflächigen Betonteilen abgedeckt. Der Innenraum nimmt eine Jak-28 oder MiG-25 problemlos auf. Aus Platzgründen habe ich darauf verzichtet, den Abgaskanal in seiner originalen Ausführung zu gestalten. Er ist von mir im hinteren Bereich des Innenraumes angedeutet. Die Bogendeckung wäre sonst in ihrer Dimension um ca. 20 cm länger geworden. Im Innenbereich ist auch der gesonderte Bereich von Arbeitsräumen zu erkennen. Diese sind von außen und von innen begehbar. Die Größe des Abgaskanals ist sicherlich an den großen Schubrohren der MiG-25 ausgerichtet, er kann aber auch mit LKW-Technik befahren werden. Die Beleuchtung des Innenbereiches habe ich mit drei Lampenreihen nachgestaltet. Auch an den Toren ist die sehr massiv gehaltene Stahl- und Betonbauweise zu erkennen. Jeder Torflügel besteht aus einem Stahlgerüst mit mehreren einzelnen Betonblöcken. Der Antrieb zum bewegen der einzelnen Torflügel erfolgte mittels mehrerer Elektromotoren. Als Laufschienen wurden im Boden eingelassene Eisenbahnschienen verwendet. Diese sind von mir am Modell nur angedeutet worden. Die teilweise etwas kantige Außenform der Bogendeckung ist auch am Original so erkennbar. Sie ist sicherlich der Baugröße und den vor Ort vorhandenen Platzverhältnissen geschuldet.Die Standfläche mit Splitterbox ist eine einfache offene Deckung zum abstellen von Flugzeugen. In der Regel waren sie an einen Hauptrollweg links und rechts angelegt und durch bewaldetes Gelände geschützt. Die bauliche Ausführung der Splitterboxen war vom Flugzeugtyp abhängig, so dass die äußere Form von den genannten Kriterien abhing. Mein Modell zeigt die Anordnung der Standfläche mit Splitterbox in Kombination mit einer Bogendeckung und einem entsprechend großen Vorplatz. Sie ist entsprechend Groß und kann Flugzeuge wie die IL-28, Jak-27 und Jak-28 aber auch die MiG-25 aufnehmen. Diese Standflächen waren nicht auf allen Militärflugplätzen präsent. Anfänglich wurden größere Hauptrollwege oder der Bereich Vorstartlinie auch zum abstellen von Flugzeugen genutzt. Der oben gezeigte Grundriß der Bogendeckung Typ 3 ist nicht ganz korrekt, da er im Innenbereich nicht den gesonderten Arbeitsraumbereich markiert. Die Bogendeckung vom Typ 3 war noch nicht die größte Version von gebauten Bogendeckungen (GDF). Es gibt in dieser Kategorie noch eine etwas größere Version, welche für die Unterbringung der MiG-31 bzw. der SU-27 Familie angedacht war. Ich überlege gegenwärtig, ob ich mir zu dieser Version noch entsprechende Baupläne anfertigen werde.
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DATEN UND FAKTEN:
In den 60-ziger Jahren entwickelte sich die Erkenntnis eines wirksameren Schutzes von Flugzeugen auf den Militärflugplätzen. Dieses führte dazu, das unterschiedliche Bogendeckungen als "GDF" (geschlossene Deckungen für Flugzeuge) entstanden und auf den Militärflugplätzen gebaut wurden. Dieses galt hauptsächlich für den unmittelbaren Konfrontationsbereich zwischen NATO und Warschauer Pakt. Mit der Entwicklung der MiG-25 entstand ein Jagdflugzeug mit einer neuen Größendimension. Da die MiG-25 zu ihrer Zeit ein sehr spezielles Flugzeug war, wurden auch die Anforderungen an ihre Sicherheit und Tarnung sehr hoch angelegt. An der Stahl- und Betonkonstruktion der Bogendeckung Typ 3 wird dieser sehr hohe Anspruch schnell erkennbar. Die Stahlträger und die Stärke der Tore (über 65 cm) hätten sicherlich einem sehr intensiven Raketenbeschuß ausgehalten. Die Baugröße der Bogendeckung Typ 3 fand anfänglich nur im begrenzten Umfang seine praktische Umsetzung. So wurden auf den Flugplätzen in Brand, Finow, Welzow und Werneuchen je 12 Stück gebaut und zum abstellen der MiG-25 und Jak-28 genutzt. Damit gestaltete sich die Einführung dieses Bogendeckungstyps als problematisch, da die Raumfrage schnell an vorhandene Grenzen stieß. Erst Anfang der 80-ziger Jahre erfolgte eine erneute Dislozierung für diesen Bogendeckungstyp und einen noch etwas größer gehaltenen für die SU-27 Familie und MiG-31, da der NATO-Doppelraketenbeschluß eine neue militär-strategische Lage in Mitteleuropa zur Folge hatte. Mit der Einführung der Bogendeckung entstanden gut getarnte Schutzbauten und Abstellmöglichkeiten für Flugzeuge bzw. ermöglichten sie im Ingenieurtechnischen Wartungsdienst neue Optionen und Arbeitsorganisatorisch neue Wege zu beschreiten.
Überarbeitet: Februar 2012
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