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Geschrieben von: Lothar Schlüter   

Bogendeckung vom Typ 1 / 2A der NVA im Maßstab 1:72

 

Bogendeckung Typ 1/16

Bildquelle; "Sowjetische Fliegerkräfte - Deutschland 1945-1994" von Lutz Freundt, 1. Auflage, © Freundt Eigenverlag, Diepholz 1998

 

Bildergalerie der Bogendeckungen Typ1 und Typ2A:

 

GDF-Typ1-2A-1.001GDF-Typ1-2A-1.002GDF-Typ1-2A-1.003GDF-Typ1-2A-1.004GDF-Typ1-2A-1.005GDF-Typ1-2A-1.006GDF-Typ1-2A-1.007GDF-Typ1-2A-1.008GDF-Typ1-2A-1.009GDF-Typ1-2A-1.010GDF-Typ1-2A-1.011GDF-Typ1-2A-1.012GDF-Typ1-2A-1.013GDF-Typ1-2A-1.014GDF-Typ1-2A-1.015GDF-Typ1-2A-1.016GDF-Typ1-2A-1.017GDF-Typ1-2A-1.018GDF-Typ1-2A-1.019
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MODELLBESCHREIBUNG:

Dieses Diorama zeigt zwei Bogendeckungen der Typen 1 und 2A wie sie bei den Luftstreitkräften der NVA/DDR und den sowjetischen Luftstreitkräften auf Militärflugplätzen gebaut wurden. Wie ich bereits ankündigte, habe ich zum Bau dieses Dioramas als Vorlage den ehemaligen NVA-Flugplatz in Peenemünde und Marxwalde ausgewählt, auf denen das JG-9 und das JG-8 stationiert waren. Die auf der linken Seite des Dioramas zu sehende Bogendeckung (Nr. 8) ist die, welche den Typ 1 darstellt und die auf der rechten Seite befindliche (die Nr. 9), zeigt eine Bogendeckung des Typs 2A. Ich habe auch dieses mal den Frontbereich unterschiedlich gestaltet, da er von der Örtlichkeit und den Anforderungskriterien bestimmt wurde. Beide Bogendeckungen zeigen im Front- und Außenbereich die Anordnung von Arbeitsräumlichkeiten für das Ingenieurtechnische Personal. Im Innenbereich ist ebenfalls die Skelettstruktur der Stahl- und Betonbauweise zu erkennen. Ich habe beide Bogendeckungen mit je 3 Beleuchtungsreihen (Leuchtstoffröhren) ausgestattet wie sie auch am Original vorhanden waren. Eine befindet sich mittig an der Decke und je eine links und rechts am Innenwandbereich. Beide Bogendeckungen verfügen auf dem Boden im Innenbereich über Führungsschienen (schwarz/gelb gekennzeichnet) die in der Spurweite den jeweiligen Flugzeugtypen angepasst waren. Im Original gab es sogar Verlängerungen für diese Führungsschienen die ein ordnungsgemäßes Einspuren des Flugzeuges bereits vor der Bogendeckung ermöglichten. Diese Verlängerungen waren mit Stehbolzen versehen und konnten in dafür vorgesehene Öffnungen im Boden positioniert werden.

Den Innenbereich beider Bogendeckungen habe ich weiterhin mit Details wie Beschriftungen zum Brandschutz, Feuerlöschern an entsprechenden Positionen, Schlauchanschlüssen zur möglichen Brandbekämpfung, Schaltkästen für die Stromversorgung der Bogendeckungen und Flugzeuge, Schaltkästen für die technische Wartung und Kontrolle der Flugzeugsysteme sowie die Bereiche des Abgaskanals im hinteren Teil ausgestattet. Die Abgaskanäle habe ich im Innenbereich mehr als nur angedeutet gebaut. Aus Platzgründen sind im Außenbereich die Tore der Abgaskanäle in geschlossenen Zustand an der Rückseite angebracht. Eine Komplettgestaltung der Abgaskanäle hätte eine Modellvergrößerung der Bogendeckungen von ca. 10-12 cm zur Folge gehabt. Die Tore für beide Bogendeckungen unterscheiden sich nicht von einander und entsprechen dem gebauten Standard. Die Laufschienen für die Tore habe ich ebenfalls schwarz/gelb gekennzeichnet. Eine Darstellung der im Boden eingelassenen Schienen für die Tore, habe ich nicht vorgenommen. Mit dem Bau und der äußerlichen Gestaltung der Tore habe ich auch die im Beton eingegossenen Ösen für die Montage dieser vor Ort einbezogen. Die Nummerierung und Beschriftung entspricht ebenfalls dem Original.

Beide Bogendeckungen weisen unterschiedliche Maße in der vorhandenen Grundfläche auf, die der unterschiedlichen Typisierung geschuldet ist. Die Bogendeckung die den Typ-1 zeigt, verfügt über eine größere Grundfläche und konnte alle in den Luftstreitkräften der NVA/DDR geflogenen Flugzeugtypen wie MiG-15, MiG-15UTI, MiG-17, MiG-17PF, MiG-19S, MiG-19PM, MiG-21 (alle Versionen), MiG-23, MiG-23BN, MiG-29 und SU-22 aufnehmen. Mit der Bogendeckung des Typs 2A habe ich eine GDF dargestellt, wo die Grundfläche eingeschränkt ist, aufgrund der in den Innenbereich hinein gebauten Arbeitsräume. In diese konnte z. B. nicht die MiG-29 untergebracht werden. Flugzeuge wie die MiG-23 und MiG-27 oder die SU-22 konnten in diese Bogendeckung abgestellt werden, da sie grundsätzlich mit der stark gepfeilten Tragflächengeometrie in den Bogendeckungen abgestellt wurden. Beide Bogendeckungen befinden sich an einen Hauptrollweg der nur eingeschränkt dargestellt ist. Die Befeuerung der Rollwege habe ich beabsichtigt etwas dichter vom Abstand gestaltet, da es das Gesamtbild positiv beeinflußt.

Die aufwendigsten Arbeiten zum Bau dieses Dioramas waren die Maßstabs gerechte Gestaltung der einzelnen Bausegmente und -teile. Der Innenbereich mit seiner Skelettstruktur der Stahl- und Betonbauweise erwiesen sich beim bauen ebenfalls als sehr aufwendig, da die gebogenen Stahlträger einen nicht unerheblichen Arbeitsaufwand erfordern. Beim verkleben und der farblichen Gestaltung mußte ebenfalls auf die korrekte Aushärtung geachtet werden, da sonst zusätzliche Arbeitsschritte erforderlich wurden. Dieses Diorama werde ich mit Utensilien ergänzen wie Zugangsleitern für die Flugzeuge, Regale und Ablagen sowie Zugstangen und Figuren als Personal.

 

Bildergalerie der Bogendeckungen Typ1 und Typ2A:

 

GDF-Typ1-2A-2.001GDF-Typ1-2A-2.002GDF-Typ1-2A-2.003GDF-Typ1-2A-2.004GDF-Typ1-2A-2.005GDF-Typ1-2A-2.006GDF-Typ1-2A-2.007GDF-Typ1-2A-2.008GDF-Typ1-2A-2.009GDF-Typ1-2A-2.010GDF-Typ1-2A-2.011GDF-Typ1-2A-2.012GDF-Typ1-2A-2.013GDF-Typ1-2A-2.014
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DATEN UND FAKTEN:

In den 60-ziger Jahren entwickelte sich die Erkenntnis eines wirksameren Schutzes von Flugzeugen auf den Militärflugplätzen. Dieses führte dazu, das unterschiedliche Bogendeckungen als "GDF" (geschlossene Deckungen für Flugzeuge) entstanden und auf den Militärflugplätzen gebaut wurden. Dieses galt hauptsächlich für den unmittelbaren Konfrontationsbereich zwischen NATO und Warschauer Pakt. Also auch hauptsächlich auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Wie ich schon in der Modellbeschreibung ausgeführt habe, gab es den Begriff "Shelter" in den Luftstreitkräften der sozialistischen Länder umgangssprachlich nicht. Bis zur Einführung der Bogendeckung, als Schutzbauten für die Stellplätze der Flugzeuge, nutzte man Standflächen mit Splitterboxen wie sie mit dem Begriff "ODF" gekennzeichnet worden sind. Die Standflächen mit Splitterboxen waren platzsparend, hatten aber den Nachteil, dass die Flugzeuge - trotz eingeführter Sichtschutz-Bemalung - gegen gegnerische Einwirkungen und Aufklärung nicht ausreichend geschützt und den Witterungseinflüssen ausgesetzt waren. Ebenso mußten viele Tätigkeiten der Flugzeugmechaniker im Freien durchgeführt werden. Mit Beginn der Satelitenaufklärung und auch im Ergebnis des 6 Tage-Krieges Israels gegen seine arabischen Nachbarn Ägypten und Syrien gelangte man zu der Erkenntnis, dass die Bogendeckungen als Schutzbauten optimale Möglichkeiten in der Alternative boten.
In der Spezifikation gab es 6 Arten/Typen von Bogendeckungen. Die Luftstreitkräfte der NVA nutzten für ihre Bogendeckungen die Vorlagen wie sie sich aus den Typen 1 und 2A ergaben. Sie deckten eine Grundfläche von ca. 360 - 450 qm ab. Dies war in der Grundkonzeption ausreichend, um Flugzeugtypen wie die MiG-21, MiG-23, MiG-23BN, MiG-29 und SU-22 ausreichend abzudecken. Die MiG-23 und MiG-23BN wurden mit stark gepfeilter Tragflächengeometrie abgestellt. Die baulichen Ausführungen waren in Skelettbauweise aus Stahl und Beton gehalten und besaßen im Innenbereich Stauräume für Bewaffnung, Zusatztanks/Betankung und Elektrobetriebsräume. Dazu kamen Abgaskanäle, welche im hinteren Bereich integriert wurden. Diese waren in der Regel nach rechts abgewinkelt und durch einfache Metalltore nach außen abgeschlossen. 
Die Beleuchtung des Innenraumes war in der NVA-Version durch Leuchtstoffröhrenkörper gestaltet, bei den sowjetischen Ausführungen durch mehrere einzeln angeordnete Lampen. Mit der Einführung der Bogendeckungen ergaben sich natürlich Platzprobleme auf den jeweiligen Flugplätzen. Ebenso warfen die äußere Gestaltung Fragen und Probleme auf, da sie sich von der Tarnung her, in das vorhandene Umfeld einpassen mußten. Nicht jede Bogendeckung besaß einen Vorplatz. Meistens gab es nur einfache Zu- und Abrollwege, die zum Teil auch sehr eng und schmal waren. Diese Zu- und Abrollwege wurden mit der Einführung teilweise auch länger, weil die vorhandenen Örtlichkeiten keine anderen Alternativen zu ließen. Dieser Umstand berührte und beeinflußte auch ökonomische Faktoren wie den Kerosinverbrauch oder Treibstoffverbrauch allgemein. Meistens waren sie aber örtlich in der Nähe von Verbindungs-, Ab- und Zuroll- bzw. Hauptrollwegen angelegt worden.
Mit der Einführung der Bogendeckung entstanden gut getarnte Schutzbauten und Abstellmöglichkeiten für Flugzeuge bzw. ermöglichten sie im technischen Wartungsdienst neue Optionen und Arbeitstechnologisch neue Wege zu beschreiten.

 

Überarbeitet:   Februar 2012

 
Sonntag, 05. Februar 2012
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